Mit der Publikation „Pieter Claesz: Stillleben“ dokumentiert die Kaiserschild-Stiftung die Entstehung und die inhaltlichen Grundlagen von Kaiserschild Art Defined. Kunsthistorische Forschung, digitale Kunstvermittlung und zeitgenössische künstlerische Positionen treten darin in einen Dialog und eröffnen neue Perspektiven auf das Werk des niederländischen Stilllebenmalers Pieter Claesz sowie auf den Stellenwert digitaler Technologien im Museum.
Ausgangspunkt der Publikation ist die Wanderausstellung „Pieter Claesz: Stillleben“, die drei Werke des Künstlers aus der Alten Galerie Schloss Eggenberg, dem Kunsthistorischen Museum Wien und dem Kunst Museum Winterthur zusammenführt. Ergänzt werden die Originale durch hochauflösende Digitalisierungen, die im Rahmen von Kaiserschild Art Defined in Kooperation mit den beteiligten Museen erstellt wurden. Sie bilden die Grundlage für interaktive Vermittlungsformate, die neue Zugänge zur Maltechnik, Materialität und Bildsprache der Werke ermöglichen.
Die Publikation vereint Beiträge renommierter Autor:innen aus unterschiedlichen Fachbereichen und spiegelt damit die Vielfalt des Projekts wider. Stefan Albl, Sammlungskurator für Frühe Neuzeit an der Alten Galerie Schloss Eggenberg, Sabine Pénot, Kuratorin für altniederländische und niederländische Malerei am Kunsthistorischen Museum Wien, sowie Andrea Lutz, Leiterin der Sammlung des Kunst Museum Winterthur, eröffnen kunsthistorische Perspektiven auf das Werk Pieter Claesz und ordnen seine Stillleben in ihren historischen und sammlungsspezifischen Kontext ein.
Eine zeitgenössische Perspektive bringt das Künstlerduo Jana & JS ein. Im Rahmen von Kaiserschild Art Defined interpretierten sie das Gemälde „Stillleben mit Glaspokal“ (1642) aus der Alten Galerie Schloss Eggenberg neu und übertrugen das historische Motiv in Form einer großformatigen Asphalt-Art-Intervention auf die Bodenfläche vor dem Neuen Rathaus in Linz. Ihr Beitrag zeigt, wie historische Kunst durch zeitgenössische künstlerische Positionen neue Bedeutungsräume eröffnen kann.
Mit den Möglichkeiten digitaler Kunstvermittlung setzen sich Sandra Sonnleitner und Stefan Mittlböck-Jungwirth-Fohringer auseinander. Sie beschreiben, wie hochauflösende Digitalisierungen, ein interaktiver digitaler Tisch und filmische Vermittlungsformate den Museumsbesuch ergänzen und neue Formen der Kunstbetrachtung ermöglichen. Im Mittelpunkt steht dabei das Zusammenspiel von Original und Digitalisat. Die digitale Ebene versteht sich nicht als Ersatz des Originals, sondern als Erweiterung seiner analytischen Zugänglichkeit und als Ausgangspunkt für neue ästhetische, emotionale und wissenschaftliche Erfahrungen.
Darüber hinaus macht die Publikation deutlich, dass Kaiserschild Art Defined als langfristig angelegtes Entwicklungsprojekt konzipiert ist. Die Wanderausstellung wird an jedem ihrer Ausstellungsorte kontinuierlich weiterentwickelt. Unterschiedliche räumliche, technische und kuratorische Rahmenbedingungen fließen in die Optimierung der digitalen Vermittlungsformate ein und leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung zeitgemäßer Kunstvermittlung.
Die Publikation lädt dazu ein, Kaiserschild Art Defined über den Ausstellungsbesuch hinaus zu entdecken und zeigt, wie Kunstgeschichte, Forschung, digitale Innovation und zeitgenössische Kunst gemeinsam neue Zugänge zu historischem Kulturerbe eröffnen.
Erhältlich in der Alten Galerie, Schloss Eggenberg.
ISBN: 978-3-903179-91-2

